Posts mit dem Label Leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 26. November 2010

Für ein anderes Leben



Wenn das Meer aus Wein bestünde, würde jeder ein Matrose sein wollen.

Ein Minimanifest

Weniger Browserfenster öffnen, dafür öfter aus dem Fenster schauen.

Es passiert nichts, wenn man nicht sofort auf alles antwortet.

Das Leben hat sich beschleunigt durch die digitalen Veränderungen, aber unsere Gefühle kommen nicht mit, unser Verhalten ist autistisch geworden. Besser ist, sich jeden Tag um mindestens einen Menschen kümmern, der einem wichtig ist, Familie, Freunde, Nachbarn, Kollegen. Das ist einfach: anrufen, skypen, klingeln, sich besuchen. Miteinander sprechen, aufeinander achten.

Wir brauchen mehr Pausen, nicht mehr Geld. Das Leben ist schön und es kostet nichts. Was ist wichtiger, ein neues Kleid oder ein altes Lied?

Nachdenken, statt Imitieren.

Spazieren gehen und andere, wilde Wege finden.

Man kann die Welt nur da verändern, wo man selbst ist.

Mittwoch, 24. November 2010

Ein Fischer auf Urlaub



Heute sprach mich ein älterer Mann an... hier sind ja alle irgendwie älter..., als ich in einem Straßencafé saß. Ob ich Norwegerin sei?

Nein, sagte ich, obwohl ich manchmal Lust habe, Norwegerin zu sein.

Germany. Alemania. Ah. Er wäre Norweger. Immer wieder brach das Gespräch ab, wenn er sich über sein Bier beugte mit rot getrunkenen kleinen Augen. So rot wie sein T-Shirt.

Ob ich alleine hier sei. Nein, sagte ich, bei der Freundin meiner Tante. Das Wort Tante verstand er auf Englisch nicht. Also sagte ich: Family. Ah, ich hätte eine Family. Ja, sagte ich. Ich habe Familie. Ich stellte mir vor, wie ich als Mutter mir einen Tag frei genommen hätte vom Familienurlaub, durch die Straßen schlenderte, die Promenaden entlang, in jedem Café einen kurzen Flirt mit einem Urlauber über 50.

Er erzählte mir, er sei Fischer. Und hätte schon "30 Chrismas Gran Canaria". Berlin kannte er aus einer Trucker-Zeit: Norway. Deutschland. Belgium. Die Straßen in Berlin seien sehr schmal.

Ich sollte nächstes Mal besser zwei Wochen bleiben, denn sonst hätte ich ja alles gerade ausgepackt und müsste es schon wieder einpacken. Danke, sagte ich. Und Adios.

Er sagte: Have a good life.
Ich: You, too.